WORK & TRAVEL
Working Holiday in Australien / Neuseeland

Au-pair Agentur 
Dr. Mona Lietz
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Erfahrungsbericht 

New Zealand – My Way

From the North to the South 

Ich heiße Maren, bin 24 Jahre alt und verbrachte von Oktober 2007 bis März 2008 knapp ein halbes Jahr am anderen Ende der Welt. Wie die meisten Reisenden landete ich auf dem internationalen Flughafen in Auckland. Auckland ist die einzige richtige Großstadt Neuseelands, mit vielen Geschäften, kulturellem Zentrum, schönen Parks und buntem Nachtleben. 
Es empfiehlt sich, gleich bei Ankunft in einer großen Stadt die nötigen Formalitäten, wie Steuernummer beantragen und ein Konto zu eröffnen, zu erledigen. Dies ist viel einfacher als in Deutschland und auch auf Englisch gut machbar. 
Einen guten Ausblick über Auckland hat man vom Sky Tower. Auch der Hafen und die Harbour Bridge sind sehenswert. Da in Auckland viele Backpacker ankommen, ist es recht leicht, Anschluss zu finden. Die Cafès, Kneipen und Bars tun ihr Übriges. Viele wollen sich schnell ein Auto oder einen Van kaufen. Davon kann ich in Auckland allerdings nur abraten. Die Preise sind hier, selbst auf dem Backpackerautomarkt höher als anderswo und man bekommt im Umland oder auf der Südinsel günstiger einen Wagen. Da empfiehlt es sich schon eher, ein Auto zu mieten um die nähere Umgebung zu erkunden. 
Ein Ausflug im Norden ist besonders lohnenswert wenn man das Cape Reinga, den nördlichsten Punkt Neuseelands, sowie das Bay of Islands mit wunderschönen langen Sandstränden, Sanddünen am Te Paki und die Halbinsel Coromandel besucht. Auf der Coromandel Peninsula kann man sich am Hot Water Beach Pools in den Sand graben und dann, auch an kühlen Tagen, in heißen Quellen baden. 
In der Mitte der Nordinsel spürt man, dass die Insel ständig in Bewegung ist. 1886 brach der Mount Tarawera, ein Vulkan, das letzte mal aus. Noch heute ist die Umgebung von einer Schlammschicht überzogen. Rotorua ist das Zentrum der thermischen Aktivität mit vielen blubbernden Schlammtümpeln und hoch aufschießenden Geysiren. Aber Achtung, es stinkt hier sehr nach Schwefelwasserstoff, also nach faulen Eiern.
Wer in die Maorikultur eintauchen möchte, hat hier gute Chancen. Seit einigen Jahren sind Sprache, Lebensweise uns Handwerkskunst wieder sehr im Kommen und unter der Bevölkerung akzeptiert. Mittlerweile werden die Maori als Ureinwohner respektiert und die Kiwis identifizieren sich zunehmend auch über diese Kultur. So wird zum Beispiel vor jedem Rugbyspiel der Haka, ein Tanz der Maoris, getanzt. Gerade hier auf der Nordinsel leben viele Maoris und zeigen ihre Lebensweise den Touristen.
Einen der besten Tracks kann man hier im Tongariro National Park laufen. Tongari-rocrossing ist gerade auch im Winter, wenn Schnee auf den Bergspitzen liegt, ein besonderes Erlebnis.
Wer Abgeschiedenheit sucht, fährt ganz in den Osten bis zum Hawke´s Bay. Hier leben kaum Menschen und man erfährt endlose Weite. Vorher tanken ist nicht nur von Vorteil, sondern auch nötig, da man lange braucht, um überhaupt eine Tankstelle zu finden.
Im Landesinneren liegt der Lake Taupo, einer der größten Seen des Landes.

 

Am Südzipfel befindet sich Wellington – die windige Hauptstadt mit Regierungssitz. Von den Städten in Neuseeland hat mir Wellington am besten gefallen. Hier gibt es viel zu sehen: Der Parlamentskomplex, das Te Papa National Museum, in dem die Geschichte des Landes beeindruckend dargestellt ist, Cabel Cars, die den Berg hoch fahren, Parks und Gärten, eine Shoppingmeile, eine große und vielfältige Musik- und Kunstszene sowie Pups und Clubs. 
Von Wellington aus gelangt man am günstigsten mit der Fähre nach Picton auf der Südinsel. Im Moment gibt es zwei Fähranbieter, die sich im Preis etwas unterscheiden. Es lohnt sich nach speziellen Angeboten zu suchen, gerade wenn das Auto mit hinüber soll. Nach etwa drei Stunden Überfahrt erreicht man die Südinsel, die mir persönlich besser gefällt. Hier leben nur ca. 1 Million Menschen und man ist von überwältigen Landschaften umgeben.
Gleich im Norden, den Marlborough Sounds, zeigt sich die Südinsel in ganzer Schönheit. Kleine Buchten, viel Grün und Strände. Über den Sounds bin ich Fallschirm gesprungen - atemberaubend – im wahrsten Sinne des Wortes. Die nächst größere Stadt ist Blenheim. Nicht besonders schön, aber für guten Wein bekannt. Ansprechender ist da schon Nelson, etwas westlicher gelegen und das geographische Zentrum Neuseelands. 
Neben den Marlborough Sounds sind der Abel Tasman National Park, wie auch der Queen Charlotte Sound einen Spaziergang oder Mehrtagestracks wert. 
Grundverschieden sind die beiden Küsten der Südinsel. Eher karg ist die Ostküste. Auf dem Highway Richtung Süden liegen Kaikoura, wo man Wale und Delfine beobachten kann und südlicher Christchurch. Sie ist mit nicht einmal 300 000 Einwohnern die größte Stadt der Südinsel. In keiner anderen Stadt ist so klar erkennbar, dass die Einwanderer Briten waren. Vom Cathedral Square aus kann man die Innenstadt und zahlreiche Flüsschen und Parks erkunden. Noch südlicher liegt Dunedin, die Stadt der schottischen Einwanderer. Das schottische Flair lässt sich nicht nur an der einzigen Whiskeybrennerei des Landes erkennen. Mit etwas Glück, kann man im Umland Albartrosse und Pinguine sehen.
Die Region ganz im Süden nennt sich the Catlins. Hier gibt es keine Städte mehr. Nur vereinzelt stehen Häuser in der Landschaft, die von den gerade mal 300 Einwohnern bewohnt werden. Anstatt von Menschen ist man hier von Wasserfälle, grüne Hügellandschaften, endlosen Stränden, Schafen, und mit etwas Geduld auch von Delfinen, umgeben.
Von Bluff aus kann man die Fähre in etwa einer Stunde nach Stewart Island nehmen. Die Insel ist kaum bewohnt und bietet unberührten Regenwald. Die Wahrscheinlichkeit einen Kiwi in freier Wildbahn zu sehen ist hier am größten, aber trotzdem nicht sehr wahrscheinlich. 
Im Südwesten liegt das Fiordland mit dem weltberühmten Milford Sound Track. Den Track muss man allerdings rechtzeitig buchen, da die Hütten schon Monate im Voraus ausgebucht sind. 
In der Landesmitte lohnt es sich den Lake Tekapo oder den Lake Pukaki anzusehen, die auf Grund ihres türkisfarbenen Wassers bestechen. Queenstown ist die Hauptstadt der Extremsportarten. Egal ob ein Sprung von der höchsten Bungeebrücke oder Skydiving, wer Lust auf Nervenkitzel hat, wird hier bestimmt fündig. Die Stadt beeindruckt auch durch ihren Hafen am See, der niedlichen Innenstadt und der einmaligen Lage inmitten von Bergen. Sie ist im Winter ein tolles Skigebiet. Auch das Städtchen Wanaka ist einen Besuch wert. In der Puzzle World kann man im Labyrinth den Weg nach draußen finden und in den Illusionrooms seine Sinne täuschen lassen. Den Tag schließt man mit einem Spaziergang am See oder im Retrokino ab.
Der Gegensatz zur Ostküste ist die wilde Westküste. Im Westland National Park befinden sich der Fox sowie der Franz Josef. Zwei Gletscher, die per Hubschrauber oder geführter Wanderung erkundet werden können. In der Nähe liegt der Lake Matheson. Hier bietet sich bei Windstille ein echtes Postkartenpanorama, wenn sich die Gletscher und der höchste Berg Mt Cook im See spiegeln. Auf den Weg in den Norden kann man an vielen Stellen halten, durch den Regenwald spazieren, Wasserfälle und Schluchten sehen und einfach den wilden Südwesten genießen. Die Kraft der Natur zeigt sich in Punakaiki an den Panecake Rocks besonders gut. Neben den von Wind und Brandung geformten Felsen, die aussehen wie Panecakes gibt es hier auch Blowholes. Wenn die Flut kommt, wird so viel Wasser in die Felsen gedrückt, dass Wasserfontänen die Küste hinauf spritzen. 
Auch hier lohnt es sich wieder, mit vollem Tank loszufahren. Es gibt zwar genüget Tankstellen, diese sind aber recht teuer. Gleiches gilt für die Supermärkte. Hokitika und Greymouth sind etwas größere Städte an der Westküste. Außer Benzin und Essen sollte man auch warme Kleidung und Zeit mitnehmen. Regnet es sonst auf der Südinsel nicht so oft, vergeht an der Küste kaum eine Woche ohne heftigen Niederschlag. Für die Fahrt sollte man auf Grund von Kurven und Höhenunterschieden etwas mehr Zeit als üblich einplanen. Dafür macht das Autofahren hier aber echt Spaß. 

 

Money, Money, Money

Da die wenigsten von uns so viel Geld haben, um ein Jahr lang nur zu reisen, gibt es in Neuseeland die Möglichkeit mit dem Work and Travel Visum eine Arbeitserlaubnis für ein Jahr zu bekommen. Wer mindestens drei Monate Seasonal Work macht, kann sein Visum um drei Monate verlängern. Das Visum ist im Internet beim Amt für Immigration zu beantragen und wird an Deutsche bis zum 31. Lebensjahr vergeben. Momentan werden die Visa in unbegrenzter Anzahl ausgestellt. 
Als Bank kann ich die ASB Bank empfehlen, da sie relativ viele Filialen landesweit und ein gebührenfreies Konto für Traveller hat. Auch die National Bank of New Zealand sowie die Westpac Bank sind weit verbreitet. Westpac ist dazu die Partnerbank der Deutschen Bank. Wer bei der Deutschen Bank Kunde ist, kann hier gebührenfrei Geld abheben. Allerdings braucht man auch hier ein Konto, damit zukünftige Arbeitgeber Lohn überweisen können.
Da ich selber auf einem Vineyard gearbeitet habe, kann ich sagen, wer Arbeit auf einem Weingut sucht, hat in Blenheim und Umgebung zwischen November und April sehr gute Chancen auf Seasonal Work. Allgemein kann man beim Fruit Picking und im Packhouse, je nach Saison, schnell und einfach Arbeit finden. Man muss bereit sein,draußen zu arbeiten, sich auch mal schmutzig zu machen und in die entsprechenden Regionen zu fahren. 
Wer lieber kellnert oder im Hotel arbeitet, ist in den größeren Städten besser aufgehoben. Aber auch abgelegene Restaurants und Hotels suchen öfter Personal. Man muss sich dann nur bewusst sein, weit ab vom Schuss zu sein. Im Großen und Ganzen ist es kein Problem in Neuseeland Arbeit zu bekommen. Vorteilig ist, wenn man drei Monate bleiben kann, nicht nur nach einem bestimmten Job sucht, sondern mehr ausprobiert und bei der Jobsuche immer wieder nachhakt und seinen CV abgibt. Den Lebenslauf schreibt man am besten schon in Deutschland, nimmt Kopien und Passbilder mit. Noch bessere Chancen auf einen auch besser bezahlten Job haben Leute, die schon eine Ausbildung hinter sich haben. Momentan werden zum Beispiel Handwerker jeder Art fast überall gesucht. Jobs findet man am besten über Aushänge in Hostels, der Stadt, im Internet oder bei privaten Vermittlern, die es in jeder größeren Stadt gibt. Man benötigt eine Steuernummer, eine Arbeitserlaubnis (hat man durch das Visum) und eine Kontonummer.
Gut zum Geld sparen ist auch WOOOFen. Einmal angemeldet kann man auf ökologischen Familienbetrieben für Unterkunft und Verpflegung für ein paar Stunden am Tag bei der täglichen Arbeit auf dem Hof und im Haus mit helfen. Auch Hostels bieten oft freie Unterkunft, wenn man beim Putzen und Aufräumen hilft.
In Neuseeland gibt es einen Mindestlohn, der im Moment bei 11,25 $ liegt. Davon werden 20% Steuern abgezogen. Man sollte sich klar darüber sein, dass man gerade als ungelernter Arbeiter nicht so gut verdient wie in Deutschland. Realistischer Verdienst  sind 400 bis 500 $ die Woche, bei 40 Stunden Arbeit.
Die meisten Backpacker schlafen in Hostels. Mit der BBH Card gibt es 3-5 $ Rabatt pro Nacht, so dass man mit 20 $ pro Nacht rechnen kann. Günstiger ist campen. Beim Wildcampen muss man aufpassen, denn es ist nicht überall erlaubt. Campingplätze kosten zwischen 5 und 18 $ pro Nacht im Schnitt. Für Lebensmittel gibt man in etwa dasselbe wie in Deutschland aus, Fast Food Restaurants sind etwas günstiger, Alkohol ist meist teurer. 

 

When and how long to go

Da Neuseeland auf der Südhalbkugel liegt, sind die Jahreszeiten umgekehrt. Das Klima ist ähnlich wie in Deutschland. Die beste Reisezeit ist zwischen Dezember und Februar, dann ist es am wärmsten und niederschlagärmsten. Auch die Monate Oktober, November, März und April sind zum Reisen angenehm, beim Campen kann es allerdings schon recht kühl sein. Arbeit im Freien gibt es in diesen Monaten.
Wintersportfans kommen aber auch im Winter auf ihre Kosten, da es in den South Alps Skigebiete gibt. In der Nebensaison ist es außerdem nicht so teuer und an Sehenswürdigkeiten nicht überlaufen. 
Insgesamt empfehle ich jeweils mindestens einen Monat auf der Nord- sowie der Südinsel zu reisen (ohne Arbeit) damit es sich wirklich lohnt. Neuseeland ist wirklich kein Land zum Durchhetzen. Entsprechend mehr Zeit sollte man sich nehmen, wenn man lange Tracks – zum Beispiel gibt es auf Stewart Island einen Track, den man 10-12 Tage laufen kann – machen möchte.

 

What to take with

Richtig, man darf nur, je nach Flugroute, 20 oder 30 kg Gepäck mitnehmen. Ich kann euch aber beruhigen, ich bin mit 16 kg hin- und auch wieder zurückgeflogen. Zwischendurch lagerte aber so einiges im Kofferraum. 
Wichtig sind ein vernünftiger Rucksack und ein Schlafsack. In einigen Hostels gibt es nämlich keine Bettwäsche und keine Decken und Kissen. Lasst euch beim Rucksack gut beraten und gebt ruhig etwas mehr Geld aus, es lohnt sich. Wer campen möchte, kann sich die Utensilien auch erst in Neuseeland kaufen. Hier gibt es dasselbe Angebot wie zu Hause, es ist aber günstiger und man braucht es erst einmal nicht mitschleppen. Außerdem verkaufen Abreisende ihre Sachen oft sehr günstig.
Arbeitskleidung würde ich auch nicht mitnehmen. Auch diese ist hier günstiger und oft liegen in Hostels "used clothes" herum, die man sich kostenlos nehmen kann. Wer nicht kellnern will, kann auch die weiße Bluse zu Hause lassen. Ansonsten ist es ganz gut, Kleidung für eine Woche dabei zu haben, das genügt, da man fast überall waschen kann. Aber Achtung, die Waschmaschinen sind nicht ganz so gut wie in Deutschland. Außerdem wird meist kalt gewaschen. Also nehmt nicht die allerbesten Stücke mit.
Nützlich sind ein Paar Turnschuhe (wer viel wandert auch Wanderschuhe) und ein Paar Flip-Flops. Kiwis laufen im Übrigen ganz viel barfuss. Auch gut ist: ein Gürtel, Nähzeug, Strandsachen, eine vernünftige Kamera und ein Reisetagebuch. 

Abschließend kann ich sagen, dass mein halbes Jahr in Neuseeland mit die schönste und genialste Zeit meines Lebens, zwischen netten Menschen, atemberaubender Natur und grenzenloser Freiheit, war und wenn Ihr Euch entscheidet, auch nach Neuseeland zu reisen, wünsche ich euch eine gute Zeit.

C U Maren

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21.11.2011

 

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